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Olivenölverkostung im Olivenöl-Panel.

ÖKO-TEST Olivenöltest: Was die Ergebnisse zeigen und was nicht

Der aktuelle ÖKO-TEST Olivenöltest zeigt, dass „nativ extra“ nicht automatisch für höchste Qualität steht. Er macht Mängel sichtbar, beantwortet jedoch nicht alle Qualitätsfragen. Entscheidend sind zusätzlich Herkunft, Sorte, Sensorik sowie Analysewerte wie Säuregrad, Peroxidzahl und Polyphenolgehalt. Auf was sollten Verbraucher beim Kauf von Olivenöl zusätzlich achten?
Gläser für die Verkostung von Olivenöl.

Wir beobachten den Olivenölmarkt aufmerksam. Nicht aus Misstrauen, sondern weil wir verstehen möchten, welche Olivenöle Verbraucherinnen und Verbraucher im Handel finden, wie Qualität kommuniziert wird und welche Maßstäbe dabei angelegt werden.

Ein aktueller Olivenöltest von ÖKO-TEST ist deshalb besonders interessant. Er zeigt deutlich, dass die Bezeichnung „nativ extra“ allein noch keine Garantie für ein wirklich hochwertiges Olivenöl ist.

Das überrascht uns nicht. Vielmehr bestätigt es eine Erfahrung, die wir seit vielen Jahren machen: Die Qualität eines Olivenöls entsteht nicht durch ein Etikett, sondern durch zahlreiche Entscheidungen entlang der gesamten Produktionskette: im Olivenhain, bei der Ernte, in der Ölmühle sowie bei Lagerung, Transport und Abfüllung.

Was zeigt ein aktueller Olivenöltest?

Im aktuellen Olivenöltest hat ÖKO-TEST 30 als „nativ extra“ deklarierte Olivenöle untersucht. Einige Produkte wurden von den Sensorikern nicht der höchsten Güteklasse zugeordnet. Zudem fanden sich Hinweise auf Mehrfachbelastungen mit Pestiziden, Mineralölbestandteilen sowie vereinzelt Weichmachern.

Wir halten solche Untersuchungen grundsätzlich für sinnvoll. Sie helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei, Qualitätsunterschiede zu erkennen und sensibilisieren für mögliche Probleme bei Herstellung und Vermarktung von Olivenöl. Viele Menschen kaufen Olivenöl nach Preis, Marke, Herkunft oder Bio-Siegel. Diese Merkmale können eine erste Orientierung bieten. Eine tatsächliche Qualitätsprüfung ersetzen sie jedoch nicht.

Warum ist „nativ extra“ keine Qualitätsgarantie?

Die gesetzliche Güteklasse „nativ extra“ definiert Mindestanforderungen. Sie sagt jedoch wenig darüber aus, wie hochwertig ein Olivenöl innerhalb dieser Kategorie tatsächlich ist.

Ein Öl kann alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen und dennoch weit entfernt sein von dem Qualitätsniveau, das anspruchsvolle Produzenten oder Verkoster erwarten.

Deshalb betrachten wir die Einstufung „nativ extra“ als Grundlage und nicht als Qualitätsversprechen.

Interessant ist auch, was ein Test nicht zeigt. Er kann zwar Schwächen sichtbar machen, häufig bleiben jedoch wichtige Qualitätsmerkmale unberücksichtigt oder werden nicht detailliert veröffentlicht.

Welche Rolle spielen Olivensorten?

In den Testergebnissen finden sich meist keine Angaben zu den verwendeten Olivensorten. Dabei macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Öl aus Arbequina, Coratina, Cobrançosa, Koroneiki oder einer anderen Sorte gewonnen wird.

Die Sorte prägt den Geschmack, die Bitterkeit, die Schärfe, die Stabilität und oft auch den Gehalt an Polyphenolen. Wer Olivenöl wirklich verstehen möchte, sollte deshalb auch die verwendeten Sorten kennen.

Warum sind Säuregrad, Peroxidzahl und UV-Werte wichtig?

Der Säuregrad ist kein Geschmacksmerkmal, aber ein wichtiger Qualitätsindikator. Er liefert Hinweise auf den Zustand der Oliven und die Sorgfalt bei der Verarbeitung. Er wird im Test nicht angegeben.

Ebenso fehlen konkrete Werte zu:

  • Peroxidzahl: Hinweise auf Frische und Oxidation
  • UV-Werte (K232, K270): Hinweise auf Alterung und Qualitätsverluste
  • Analytische Grenzwerte: Bewertung der technischen Qualität

Für Fachleute macht es einen großen Unterschied, ob ein Öl die gesetzlichen Grenzwerte nur knapp erfüllt oder deutlich bessere Werte erreicht.

Was sagen Polyphenole über ein Olivenöl aus?

Polyphenole gehören zu den natürlichen Antioxidantien im Olivenöl. Ein hoher Polyphenolgehalt äußert sich häufig durch eine deutliche Bitterkeit und Schärfe. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern oft ein Zeichen für ein frisches und charakterstarkes Olivenöl.

In vielen Tests wird erwähnt, dass bittere und scharfe Öle häufig mehr Polyphenole enthalten. Das ist grundsätzlich richtig. Konkrete Polyphenolwerte werden jedoch oft nicht veröffentlicht.

Gerade diese Werte sind für uns interessant, weil sie etwas über die Stabilität, Frische und den Charakter eines Olivenöls erzählen.

Wie prüfen wir die Qualität unserer Olivenöle?

Genau an diesem Punkt beginnt unsere eigentliche Arbeit.

Wir wählen unsere Olivenöle jedes Jahr neu aus. Dazu verkosten wir verschiedene Chargen, vergleichen Produzenten vor Ort und führen Gespräche mit den Ölmühlen.

Dabei interessiert uns nicht nur, ob ein Öl die Anforderungen an „nativ extra“ erfüllt. Entscheidend sind vielmehr eine saubere Verarbeitung, Frische und Aromatik, die Klarheit des sensorischen Profils sowie die Plausibilität der Analysewerte.

Neben der Erstellung eines ausführlichen sensorischen Profils, mit welchem wir Fruchtigkeit, Bitterkeit und Schärfe sowie die Harmonie dieser drei Parameter bestimmen, gehören zu unseren Prüfungen unter anderem der Säuregrad, die Peroxidzahl, die UV-Werte und Rückstandsanalysen.

Wo sinnvoll, betrachten wir zusätzlich den Polyphenolgehalt.

Bei unseren aktuellen zait Olivenölen wurde kein MOAH nachgewiesen. MOSH liegt im Rahmen der geltenden Orientierung.

Wir kommunizieren diese Informationen nicht, um andere Produkte abzuwerten. Unser Ziel ist Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Wer Olivenöl kauft, sollte nicht nur eine schöne Flasche sehen. Er sollte verstehen können, woher das Öl kommt, welche Sorte dahintersteht, wie es schmeckt und was die Analyse sagt.

Mehr zum Thema: Wie entsteht Olivenöl Qualität?

Worauf sollten Verbraucher bei einem Olivenöltest achten?

Ein guter Olivenöltest sollte mehr leisten als eine reine Rangliste.

Wichtige Fragen sind:

  • Welche Olivensorten wurden verwendet?
  • Wie sehen die Analysewerte aus?
  • Gibt es Angaben zu Polyphenolen?
  • Wie wurde die Sensorik bewertet?
  • Woher stammt das Öl?
  • Wer hat es produziert?

Ein Bio-Siegel kann ein wichtiger Hinweis sein. Es ersetzt jedoch weder eine sensorische Bewertung noch eine fundierte Analyse. Gleiches gilt für bekannte Marken oder hohe Preise.

Fazit: Was kann ein Olivenöltest leisten und was nicht?

Ein Olivenöltest ist ein wichtiges Instrument, um Qualitätsmängel sichtbar zu machen. Er kann zeigen, welche Produkte sensorische Fehler aufweisen oder durch Rückstände belastet sind.

Weniger gut beantwortet er jedoch die Frage, warum ein Olivenöl wirklich hochwertig ist.

Dafür braucht es zusätzliche Informationen zu Herkunft, Sorte, Verarbeitung, Sensorik und Analysewerten.

Der aktuelle Test erinnert daran, dass „nativ extra“ auf dem Etikett lediglich der Anfang ist. Die entscheidende Frage lautet: Was steckt tatsächlich im Öl?

Für uns ist die Antwort klar: Gute Qualität muss schmeckbar sein. Und sie muss belegbar sein.

FAQ zum Olivenöltest

Was wird bei einem Olivenöltest geprüft?

Ein Olivenöltest umfasst meist Sensorik, chemische Analysen sowie Untersuchungen auf Schadstoffe, Pestizide oder Mineralölrückstände.

Bedeutet „nativ extra“ automatisch höchste Qualität?

Nein. Die Bezeichnung beschreibt lediglich die höchste gesetzliche Güteklasse. Innerhalb dieser Kategorie gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede.

Welche Analysewerte sind bei Olivenöl besonders wichtig?

Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören Säuregrad, Peroxidzahl, UV-Werte sowie gegebenenfalls der Polyphenolgehalt.

Warum schmecken manche hochwertige Olivenöle bitter und scharf?

Bitterkeit und Schärfe werden häufig durch einen höheren Gehalt an Polyphenolen verursacht. Diese natürlichen Pflanzenstoffe gelten als Qualitätsmerkmal frischer Olivenöle.

Kann man sich auf Olivenöltests verlassen?

Ja, insbesondere zur Identifikation von Qualitätsmängeln oder Belastungen. Für eine umfassende Bewertung sollten jedoch zusätzlich Herkunft, Sorte, Sensorik und Analysewerte berücksichtigt werden.

Lust auf gutes Olivenöl?

Hier findest du die besten Olivenöle der Saison, ob zum Probieren oder als Jahresvorrat. Dazu unsere Nativen Öle, Spezialitäten, Gewürze, Geschenke und Aktionen.

zait Olivenöl wird aus einer Dose gegossen.
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